ANF-2026-001 · B27 · Göt 6
Planungsvorlauf, Baukosten und Verkehrsfolgen offenlegen
Entwurf · noch nicht versandt
Wir wollen klären, ob verfügbare Vorlaufzeiten genutzt, Verkehrsfolgen berücksichtigt und Alternativen nachvollziehbar abgewogen wurden.
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Peter Henning · Verkehr in Südniedersachsen
Gartenstr. 17 · 37434 Bilshausen
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Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr · Geschäftsbereich Gandersheim
Stiftsfreiheit 3, 37581 Bad Gandersheim
Betreff: B27-Brücke Göt 6: Fragen zu Entscheidungen, Verzögerungen, Kosten und Alternativen – Entscheidungen, Vergabe und Soll-/Ist-Vergleich
Sehr geehrte Damen und Herren,
Für das unabhängige Projekt Verkehr in Südniedersachsen untersuchen wir, ob bei Planung und Bauvorbereitung der Brücke Göt 6 vermeidbare Verzögerungen oder unzureichend berücksichtigte Verkehrsfolgen entstanden sind. Die Projektseite nennt ein Ende der Restnutzungsdauer des Nordbauwerks bis Ende 2025. Historische Presseberichte enthalten veränderte Termin- und Kostenansätze. Wir bitten deshalb um folgende Auskünfte und Unterlagen:
- Wann waren Risiken und Handlungsbedarf bekannt?
Bitte nennen Sie die maßgeblichen Prüf-, Entscheidungs- und Beauftragungsdaten seit den Nachrechnungen 2013–2017. Welche Termine wurden ursprünglich vorgesehen, wann geändert und mit welcher dokumentierten Begründung? Welche Stelle verantwortete jeweils die Entscheidung? - Wie erklären sich die unterschiedlichen Kostenschätzungen?
Bitte stellen Sie den aktuell freigegebenen Kostenstand mit Preisbasis, Leistungsumfang, Planung, Vorarbeiten, Bau, Reserven und Risiken den 2022 mit rund 23,5 Mio. Euro und im April 2026 mit knapp über 50 Mio. Euro berichteten Schätzungen gegenüber. Welche Anteile sind Preisentwicklung, welche Mehrumfang und welche Verzögerungsfolgen? - Welche Verkehrsfolgen wurden vor der Entscheidung untersucht?
Bitte legen Sie Zählungen, Reisezeitmessungen, Umleitungsannahmen und gegebenenfalls eine volkswirtschaftliche Bewertung vor. Wurden Pkw, Lkw, Busverkehr, Fuß- und Radverkehr sowie Anlieger und Betriebe getrennt betrachtet? Falls nicht: Warum wurde die gewählte Verkehrsführung ohne diese Untersuchung festgelegt? - Welche Alternativen wurden tatsächlich verglichen?
Welche Varianten mit Behelfsbrücken, temporären Fahrstreifen, anderer Bauabfolge oder beschleunigtem Bau wurden untersucht? Bitte nennen Sie Zusatzkosten, mögliche Zeitgewinne, Risiken, Genehmigungs- und Sicherheitsgrenzen sowie Gründe für die Auswahl oder Verwerfung. Wurden Baukosten und vermeidbare Verkehrsfolgen gemeinsam verglichen? - Wie werden parallele Baustellen und sichere Verbindungen abgestimmt?
Bitte erläutern Sie die Abstimmung mit Stadt, Landkreis und Bovenden, insbesondere zum B3-Tunnel, Radweg, Busverkehr und den Umleitungsstrecken. Welche konkrete Antwort oder Maßnahme folgte auf die öffentlich berichtete Bovender Resolution vom 05.03.2026? Wie bleibt Fuß- und Radverkehr in jeder Bauphase sicher und zumutbar möglich? - Welche Unterlagen und verbindlichen nächsten Schritte gibt es?
Bitte übermitteln oder verlinken Sie die Auslegungsbekanntmachung, Erläuterungsbericht, Verkehrs- und Variantenuntersuchungen, hydraulischen Nachweis sowie den aktuellen Bauphasen- und Risikoterminplan. Welche Verzögerungsanteile entfallen auf Kampfmittel, Genehmigungen, Vergabe oder andere Ursachen? Welche Beschleunigungsschritte sind heute noch möglich und wer entscheidet darüber? - Welche Stelle hat wann welche Entscheidung getroffen?
Bitte übermitteln Sie eine datierte Übersicht der Entscheidungen zu Planung, Genehmigung, Finanzierung, Verkehrsführung, Vergabe und Bauüberwachung mit Aktenzeichen oder Dokumentfundstelle. Welche Behörde und welche verantwortliche Funktion hatten jeweils die Entscheidungskompetenz? Welche Warnungen, Prüfaufträge und Zusagen lagen zu diesem Zeitpunkt vor? Bitte trennen Sie die Verantwortung von Auftraggeber, Genehmigungsstelle, Bauunternehmen und Bauüberwachung. - Wie wurde vergeben, wer baut und zu welcher Auftragssumme?
Wurde der Bauauftrag ausgeschrieben, und welches Vergabeverfahren wurde gewählt? Bitte nennen Sie Vergabestelle, Vergabenummer, Bekanntmachungsadresse, Lose, Zuschlagsdatum, beauftragte Unternehmen, jeweiligen Leistungsumfang und Auftragssumme mit Angabe netto oder brutto. Bitte unterscheiden Sie Bau-, Planungs- und Nebenaufträge. Welche Nachträge wurden wann, zu welchem Betrag und aus welchem Grund freigegeben? Falls keine öffentliche Ausschreibung erfolgte, bitten wir um die dokumentierte Begründung des gewählten Verfahrens. Soweit Angaben nicht veröffentlicht werden können, bitten wir um Benennung und konkrete Begründung der betroffenen Angaben. Konkret bitten wir um Erläuterung der TED-Bekanntmachungen 746727-2025 (Verkehrssicherung: Gesamtwert 918.599,08 EUR gegenüber Angebotswert 312.366,74 EUR) und 357079-2026 (Kampfmittelsondierung: Gesamtwert 462.015,00 EUR gegenüber Angebotswert 276.543,65 EUR). Welche Leistungsumfänge und Wertbegriffe liegen diesen Feldern zugrunde? Wir leiten daraus ohne Ihre Erläuterung keine Kostenüberschreitung ab. - Welche ursprünglichen Pläne gelten als Vergleich und welche Abweichungen gibt es?
Bitte stellen Sie den ursprünglich beschlossenen beziehungsweise vertraglich vereinbarten Bau- und Finanzierungsplan, spätere Fortschreibungen und den tatsächlichen Stand gegenüber. Welche Meilensteine wurden erreicht, verfehlt oder geändert? Bitte nennen Sie Änderungsdatum, genehmigende Stelle, Begründung, Mehrkosten und Folgen für die Verkehrsbeeinträchtigung. Welche rechtzeitig möglichen Gegenmaßnahmen wurden ergriffen oder nicht ergriffen und warum? Die Bekanntmachung 357079-2026 nennt als geschätzte Dauer den 16.06.–31.08.2026. Betreffen die im September öffentlich berichteten Sondierungen denselben Auftrag, eine Erweiterung oder gesonderte Leistungen? Bitte erläutern Sie etwaige Terminänderungen. - Wann und wie waren die notwendigen Informationen für die Bürger verfügbar?
Bitte dokumentieren Sie für die wesentlichen Bau- und Sperrphasen Entscheidungsdatum, erste Veröffentlichung, spätere Korrekturen und tatsächlichen Beginn. Auf welchen Internetseiten, in welchen Bekanntmachungen oder anderen Kanälen waren Sperrgrenzen, Termine, Umleitungen, Zufahrten, Bus-/Rad-/Fußverkehr und Ansprechpartner abrufbar? Bitte übermitteln Sie datierte Fassungen und gegebenenfalls Verteilnachweise. Welche Informationsfristen oder eigenen Zusagen galten, welche wurden eingehalten und wie wurden schwer erreichbare Betroffene berücksichtigt?
Bitte beantworten Sie die Punkte einzeln und verweisen Sie nach Möglichkeit auf datierte Originalunterlagen. Falls eine Untersuchung oder Abwägung nicht vorliegt, bitten wir um ausdrückliche Bestätigung und Erläuterung. Bitte nennen Sie auch die jeweils verantwortliche Stelle und Funktion.
Wir bitten um eine Antwort innerhalb von 14 Tagen nach Eingang. Ist das nicht möglich, bitten wir um eine Eingangsbestätigung, einen realistischen Antworttermin und die Benennung der zuständigen Stelle. Dies ist eine erbetene Antwortfrist, keine Behauptung einer gesetzlichen Frist. Entstehende Gebühren bitten wir vorab mitzuteilen.
Wir beabsichtigen, dieses Schreiben und Ihre Antwort auf verkehr-suedniedersachsen.de zu dokumentieren und sachlich einzuordnen. Bitte kennzeichnen und begründen Sie gegebenenfalls schutzbedürftige Passagen. Nicht erforderliche personenbezogene Angaben werden vor einer Veröffentlichung geprüft und gegebenenfalls entfernt.
Mit freundlichen Grüßen
Peter Henning
Bezugspunkte: Quelle: NLStBV · Stand 21.07.2026 · Quelle: HNA · Stand 21.10.2022 · Quelle: HNA · Stand 22.04.2026 · Quelle: SPD Bovenden · Stand 06.03.2026 · Quelle: TED · Stand 11.11.2025 · Quelle: TED · Stand 26.05.2026
Antwort und redaktionelle Auswertung
Dieser Brief wurde noch nicht versandt. Nach dem Eingang werden die veröffentlichte Fassung und unsere Auswertung hier ergänzt.